Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 12.10.2010

Tram-Krieg

Willkommen beim Live-Musical. Denn die Vorhaben im Potsdamer Verkehrsbetrieb ViP, Kontrollen mit Polizei zu verstärken, wurden schon beim Berlin-Musical "Linie 1" treffend besungen: "Heute stürmen wir den Zug im Zwölfer-Aufgebot. Hinter uns die Polizei und vor uns ein Chaot." Das Musical ist über 20 Jahre alt, doch scheint es in dieser Zeit keinen Erkenntnisgewinn bei der ViP-Geschäftsführung gegeben zu haben: Alle Fahrgäste sind offensichtlich noch immer potenzielle Schwarzfahrer, Gesetzesbrecher – eben Chaoten. Grund genug, den "Kontrolletti-Tango" aufzuführen, bei dem gesungen wird: "Mit Hände hoch und Fahrschein ’raus und alles an die Wand. Sonst gibt’s was mit der Knarre auf‘n Rand, olé!!" Solch ein Kontroll-Großaufgebot zu stemmen, ist auch einfacher, als die viel zu oft defekten Ticketautomaten zu reparieren oder Fahrscheindrucker auszutauschen, die zwar Geld schlucken, aber kein Ticket auswerfen. Die Umrüstung auf das Bezahlen mit Geldscheinen – lange angekündigt, noch immer nicht umgesetzt – kann ja auch noch warten. Ganz zu schweigen von verständlichen Tarifinformationen und Automatenbeschreibungen, die womöglich selbst Senioren und Ausländer verstehen. Nein, da eröffnet der ViP lieber die Kontroll-Offensive wie in "Linie1": "Was heißt hier noch Kontrolle? Das ist Krieg!"

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten