Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 10.03.2011

"Da gibt es viel preiswertere Alternativen"

Neue Bürgerinitiative gegen Straßenbahn durch Eiche trifft sich heute erstmals im Bürgerhaus des Ortsteils

Eiche - Eigentlich hat Christiane Erning nichts gegen Straßenbahnen, sie hält Trams sogar für ökologisch sinnvoll – an dafür passenden Straßen. Doch für den Ortsteil Eiche, in dem sie seit zwölf Jahren wohnt, kann sie sich eine Straßenbahntrasse nicht vorstellen: "Da gibt es viel preiswertere Alternativen".

Deswegen hat Christiane Erning eine Bürgerinitiative gegen die Pläne für eine Straßenbahn zwischen Potsdam-West und Golm gegründet. Heute trifft sich die Gruppe um 18 Uhr zum ersten Mal im Eichener Bürgerhaus in der Kaiser-Friedrich-Straße 106. Die parteilose Aktivistin Erning, die bis 2008 für die CDU noch im Eichener Ortsbeirat saß, rechnet mit bis zu 80 Teilnehmern. "Wir sind keine notorischen Querulanten", betont sie, "wir verstehen nur nicht, weshalb sofort die teuerste Lösung gesucht wird."

Für ihren Widerstand gegen die Pläne für eine Straßenbahn durch Eiche glaubt Christiane Erning gute Gründe zu haben. Zwar räumt sie ein, dass die momentane Situation im öffentlichen Nahverkehr des Ortsteils nicht optimal sei – durch Universitätscampus und Wissenschaftspark seien die Busse im Ort "regelmäßig überfüllt". Doch aus ihrer Sicht ließe sich das Problem auch mit mehr Regionalzügen zum Bahnhof Golm und durch eine höhere Taktdichte bei den Bussen lösen. "Das sollte ausprobiert werden, bevor viel Geld für ein Großprojekt in die Hand genommen wird." Ebenso müsse auch eine alternative Wegeführung für die Tram über das bislang vom öffentlichen Nahverkehr kaum erschlossene Bornim geprüft werden – auch von da ließe sich die Bahn zum Wissenschaftspark bauen. Ende Februar waren die Trampläne publik geworden, die Trasse könnte laut Stadtverwaltung 2015 gebaut werden. Details stehen aber noch nicht fest. Christiane Erning glaubt, dass das Projekt nicht umsetzbar ist: So seien die Straßen in Eiche zu eng für eine Bahn, es würde Natur zerstört, es müssten private Grundstücke überbaut werden und es seien beträchtliche Höhenunterschiede zu überwinden – aus ihrer Sicht zu viele Probleme auf einmal.HK

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten