Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 06.04.2011

Tram-Verlegung am Leipziger Dreieck

Bürgerversammlung gestern Abend: Leipziger Straße bleibt Einbahnstraße – nur anders herum

Von Guido Berg

Templiner Vorstadt - Die Verkehrsplaner der Stadt haben sich auf eine Vorzugsvariante für den Umbau des Leipziger Dreiecks geeignet. Demnach soll die Straßenbahn künftig nicht mehr direkt komplett über das Leipziger Dreieck – Potsdams größter Verkehrsknoten – geführt werden. Vielmehr ist vorgesehen, dass die Tram-Linien aus dem Schlaatz und der Waldstadt von der Heinrich-Mann-Allee zunächst in die Friedrich-Engels-Straße abbiegen, um erst von dort auf die Trambrücke zu fahren.
Wie der Baubeigeordnete Matthias Klipp (Bündnisgrüne) und seine Mitarbeiter gestern Abend auf einer Bürgerversammlung in der Comenius-Schule ferner erklärten, soll die jetzige Einbahnstraßen-Regelung in der Leipziger Straße umgedreht werden. Vom Leipziger Dreieck werde die Leipziger Straße noch bis zur Einfahrt zum Persiusspeicher in zwei Richtungen befahrbar sein, von da an jedoch nur noch stadtauswärts. Diese Lösung biete eine gute Anbindung der Speicherstadt. Der stadteinwärtige Verkehr soll dagegen über die Straße Am Brauhausberg geführt werden. Zu den Ergänzungen des Vorhabens gehörten den Angaben zufolge die Schaltung einer grünen Ampelwelle für das Leipziger Dreieck, die Schaffung von mehreren Zebrastreifen sowie Radstreifen. Zudem soll in der Straße Am Brauhausberg in der Nacht nicht schneller als 30 Stundenkilometer gefahren werden dürfen.
Andere Varianten für den großen Verkehrsknoten in Potsdams Innenstadt verwarfen die Planer. So sind Kreisverkehre nur sinnvoll bei einem Aufkommen von weniger als 50 000 Autos pro Tag. Diese Zahlen würden erreicht – ein Kreis am Leipziger Dreieck müsse einen Durchmesser von 120 Metern haben, ähnlich wie der Theodor-Heuss-Platz in Berlin, um die Autos aufnehmen zu können. Das sei aber für Potsdamer Verhältnisse städtebaulich überdimensioniert. "Es funktioniert einfach nicht", sagte Verkehrsplaner Jörg Stowasser. Unterführungen, wie von einigen Anwohnern vorgeschlagen, scheiden auch aus. Sie hätten enorm lange Einfahrrampen zur Folge, die weit in die Straßenzüge hineinreichten und sie wären schlicht zu teuer. Dazu der Baubeigeordnete Klipp: Die Stadt Potsdam sei nicht einmal in der Lage, die sieben Millionen Euro Eigenmittel aufzubringen, um die zweite Spur der Humboldt-Brücke zu sanieren – obwohl das Land angeboten habe, den Ausbau mit 14 Millionen Euro zu fördern.
Eingangs stellte Klipp dar, warum der Knotenpunkt überhaupt saniert werden müsse. Beim Leipziger Dreieck handele es sich "um eine überdimensionale Verkehrsanlage, deren Leistungsfähigkeit zu wünschen übrig lässt". Der Knoten werde aber künftig noch mehr Verkehr aufnehmen müssen. Gleichsam mache die Einfahrt zur Albert-Einstein-Straße nicht den Eindruck, "dass man in einer Landeshauptstadt ist" – obwohl es die Zufahrt für den Wissenschaftspark "Albert Einstein" mit international renommierten Instituten ist. Missstände sollen abgeschafft und die Fuß- und Radwege verbessert werden, so Klipp weiter.
In der Diskussion wurde kritisiert, dass die Zweispurigkeit der Leipziger Straße nur bis zum Persiusspeicher und nicht bis zum Abzweig Templiner Straße weitergeführt werden soll. Grund sind etwa die Busse aus Caputh, die dann über den Brauhausberg fahren müssten. Das sei "nicht ideal gelöst", bekannte auch Stadtmitarbeiter Dirk Volkmann. Doch eine ausgewogene Verteilung der Verkehrsbelastung verlange diese Lösung.

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten