Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 08.04.2011

Weis wehrt sich

Erklärung des Ende 2011 ausscheidenden ViP-Chefs zu "lancierten" Darstellungen

Der noch amtierende Geschäftsführer des Potsdamer Verkehrsbetriebes ViP, Martin Weis, wehrt sich gegen "unrichtige und verleumderische Darstellungen zu meiner Tätigkeit und meinen Führungsfähigkeiten", die "lanciert" worden seien. In einer gestern von Weis verbreiteten Erklärung heißt es, er müsse diesen Darstellungen entgegen treten.

Der Aufsichtsrat des Verkehrsbetriebes hatte am Montag dieser Woche beschlossen, den noch bis zum Jahresende gültigen Vertrag von Weis nicht zu verlängern (PNN berichteten). Noch am Montag einigten sich Weis, ViP-Aufsichtsratschef Burkhard Exner (SPD) sowie Stadtwerkechef Peter Paffhausen auf ein Ausscheiden von Weis aus dem ViP zum Jahresende. Weis nennt die Entscheidung des Aufsichtsrates über die Vertragslaufzeit ein "normales Prozedere". Weis: "Ich akzeptiere die Entscheidung des Gremiums." Wie er gestern erklärte, werde er seinen Geschäftsführeraufgaben bis zum Jahresende nachkommen.

Den PNN war am Montag berichtet worden, Weis habe den Verkehrsbetrieb "zu Tode gespart", habe das Unternehmen "offenen Auges in die Katastrophe geführt". Weis zufolge verfüge der Verkehrsbetrieb jedoch in den letzten Jahren über "kontinuierlich steigende Budgets". Dies werde auch in den nächsten Jahren zu sehen sein und sei belegt. Der ViP habe zudem seine Fahrgastzahlen in den letzten Jahren steigern können. Die ViP-Kunden seien zunehmend zufriedener, wie Kundenzufriedenheits-Untersuchungen in den letzten Jahren gezeigt hätten. Weis weiter: "Auch der Vorwurf der mangelnden Reserven geht fehl." Branchenüblich seien Fahrzeugreserven von acht bis zwölf Prozent. "Unser Unternehmen verfügt über eine Reserve in Höhe von zwölf bis 20 Prozent", schreibt Weis. Die Ausfallquote an Fahrzeugen sei stets unter der mit der Stadt Potsdam vertraglich vereinbarten Obergrenze von einem Prozent geblieben.

Hinsichtlich seiner Personalführungskompetenz erklärte Weis, dies "mögen andere bewerten". Die Gesundheitsquote "bezogen auf das gesamte Unternehmen" als Hinweis auf das Betriebsklima liege "deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen des Verkehrs im Eigentum der öffentlichen Hand". Die Teilnahme von 73,19 Prozent der Mitarbeiter an Mitarbeiterbefragungen sage Fachleuten, dass im Unternehmen "vieles in Ordnung ist". Alle erhobenen Indikatoren zeigten an, dass der Verkehrsbetrieb "auch aus Sicht der Belegschaft in einem guten Zustand ist". ViP-Aufsichtsratschef Exner hatte gegenüber den PNN erklärt, Weis’ Führungsstil sei "direkt und klar" gewesen. Vielleicht seien einige Mitarbeiter damit nicht einverstanden. Weis, der seit 2004 Geschäftsführer des ViP ist, kündigte an, für "die Organe des Unternehmens, den Betriebsrat, aber auch für jeden einzelnen Mitarbeiter" zur Klärung von Unstimmigkeiten zur Verfügung zu stehen.

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten