Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 01.03.2006

300 000 Kilometer mehr in den Norden

Vip-Chef zum künftigen Fahrplan

Jährlich 300 000 Kilometer mehr als nach dem derzeit gültigen Fahrplan werden Busse für die Nahverkehrsanbindung der neuen Potsdamer Ortsteile fahren. Das sagte Martin Weis, Geschäftsführer des Verkehrsbetriebes in Potsdam (VIP), gestern vor Journalisten. Er stellte offiziell den Aufsichtsratsbeschluss über die Einführung des "Takt plus" zum 28. Mai vor.

Weis wies die Darstellung zurück, der neue Fahrplan sei allein das Werk der Berliner Beratungsfirma PTV. Gegenüber dem von PTV vorgelegten "Konzeptentwurf" sei das Ergebnis "deutlich modifiziert" auf Basis der Möglichkeiten des Vip und einer umfänglichen Diskussion mit den Nutzern. Ergebnis seien mehr Leistung, "merkbare" Abfahrtszeiten und 23 Prozent weniger Umsteige-Fallzahlen bei Straßenbahnnutzern.

Nach Berechnungen der Wirtschaftsberatung Wibera werde man bis zu 1,5 Millionen Fahrgäste pro Jahr zusätzlich gewinnen. Damit würden die Passagierverluste aus den Jahren 2001 bis 2004 im besten Fall halbiert.

Die wichtigsten Veränderungen für die Straßenbahn:

Der Bahnhof Rehbrücke wird mit der neuen Tram 91 bis gegen 1 Uhr direkt mit dem Hauptbahnhof und der Innenstadt verbunden. Die am stärksten ausgelastete Tram 92 wird mit einer zweiten Direktverbindung, der Tram 96 , aus den bevölkerungsreichen Stadtteilen im Süden über den Hauptbahnhof und die Innenstadt in den Norden ergänzt und entlastet. Die Strecke nach Potsdam-West erhält mit der verlängerten Tram X 98 eine Linie zusätzlich zu den Trams 91 und 94 , welche bis gegen 1 Uhr fahren. Die Strecke ins Kirchsteigfeld erhält mit der neuen Tram 99 und der verlängerten Tram X 98 zwei zusätzliche Linien zur 92 und 96. Die Linie 99 hält auch an den bisher von der Expresslinie 98 nicht bedienten Haltestellen.

Für Busse ergeben sich folgende Änderungen:

Die Linie 690 wird bis zum Stern-Center und in den inneren Bereich des Wohngebietes Am Stern verlängert. Das Fahrplanangebot der Buslinien 690, 692, 693, 694 und 695 wird zeitlich und auf zusätzliche, im Spätverkehr bisher nicht bediente Streckenabschnitte ausgedehnt.

Die Buslinie 697 endet nicht wie ursprünglich geplant in Neu Fahrland, sondern wird über die Kirschallee und Bornstedt bis zum Bahnhof Golm verlängert. Damit wird der Schülerverkehr zwischen Sacrow und der Schule an der Kirschallee auch bei der Rückfahrt über die reguläre Linie abgewickelt. Für die Schule an der Kurfürstenstraße wird morgens ab Sacrow um 7.05 Uhr eine Zusatzfahrt eingerichtet, die das Angebot zusammen mit dem Bus 697 auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet.

Die Verbindung der neuen Ortsteile Fahrland, Neu Fahrland, Kartzow, Satzkorn, Uetz, Paaren und Marquardt untereinander und mit dem alten Stadtgebiet erfolgt durch zusätzliche Fahrten, die vom Vip, der Havelbus-Verkehrsgesellschaft (HVG) und dem Privatunternehmer Anger gesichert werden. Um den Streit über Linienkonzessionen zu vermeiden, haben Vip und HVG Gemeinschaftskonzessionen beantragt. Diese seien aber vom Landesamt für Bauen und Verkehr noch nicht genehmigt, sagte Weis. V.Kl.

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung