Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 14.09.2006

AG Netzverknüpfung legt sich die Karten Jeder fünfte Potsdamer radelt zum Ziel

Doch weniger Autos sind deshalb nicht auf der Straße – denn der Pendlerverkehr von außerhalb nimmt zu

So interessant der Vortrag von Detlef Pfefferkorn zur Potsdamer Verkehrsstatistik war, auch diesmal wurden keine Schlussfolgerungen für das Projekt "Templiner Spange" gezogen. Die Arbeitsgemeinschaft "Integriertes Verkehrskonzept" hat sich deshalb am Dienstagabend die Karten gelegt: So kommen wir nicht weiter, hieß es unisono. Aussicht auf Konsens wird kaum gesehen, obwohl der ja gerade das Ziel der AG ist: Nur wenn Einigkeit in der Region besteht, ist der Bund bereit, den ersten Abschnitt der Netzverknüpfung zwischen B 1 und B 2 über den Templiner See zu finanzieren. Deshalb wurde die AG gegründet. Die sucht nach einem Ausweg aus dem Dilemma: Die bisher geplante Vorgehensweise wurde umgeworfen. Statt Gutachter und Verkehrsingenieure über Belastungsdaten referieren zu lassen, will man sich die Problemschwerpunkte im Potsdamer Stadtgebiet einzeln vorknöpfen. Punkt für Punkt will man über konkrete Gegenmaßnahmen reden: veränderte Ampelschaltungen, veränderte Fahrspuren, ein Lkw-Führungskonzept oder Veränderungen im öffentlichen Personennahverkehr. Jeweils soll auch geklärt werden, inwieweit die Templiner Spange zur Milderung des Einzelproblems beitragen kann. Der Antrag für diese neue Vorgehensweise wurde vom Michendorfer Grünen Andree Halpap gestellt. "Bisher haben wir Ergebnisse produziert, die niemandem helfen", sagte Halpap. Einigkeit wird sich wohl auch durch dieses Vorgehen nicht erzielen lassen, wie Potsdams Bauausschussvorsitzender Christian Seidel (SPD) anmerkte. Aber auch er hofft, ein bisschen mehr Transparenz in eine Diskussion zu bekommen, in der zahlreiche Bürgerinitiativen, der Landkreis Potsdam-Mittelmark und die Stadt Potsdam gegeneinander spiegelfechten. hkx

Potsdam steigt um: Das Fahrrad ist inzwischen für jeden fünften Einwohner zum bevorzugten Verkehrsmittel geworden, im Jahr 1991 war es jeder zehnte. Bus und Bahn – vor der Wende mit über 30 Prozent wichtigstes Beförderungsmittel nach den Beinen – können mit diesen Steigerungsraten nicht mithalten. Aber auch hier zeigt sich ein positiver Trend: Der ÖPNV hat sich mit 19,6 Prozent wieder auf den Nachwendestand eingepegelt, 1998 wurde er nur zu knapp 15 Prozent bevorzugt. Fahrrad, Bus und Bahn haben damit das Auto als Transportmittel (37,5 Prozent) überholt.

Quelle: Auszug Potsdamer Neueste Nachrichten