Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 28.09.2006

16 Fragen, kaum Antwort

Trambrücke: Kuick-Frenz verteidigt Untersuchung

Baubeigeordnete Elke von Kuick- Frenz schien schlecht vorbereitet. Und das, obwohl die Große Anfrage der Fraktion Die Andere zur Verlegung der Tramgleise in Potsdams Mitte ihr vermutlich schon geraume Zeit vorlag. Die insgesamt 16 Fragen zielten vor allem darauf ab, sich noch einmal die Notwendigkeit eines zehn Millionen Euro teuren Brückenneubaus neben der Langen Brücke erklären zu lassen.

Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, die das Büro FGS im Auftrag der Stadt erarbeitet hat, hatte bereits in den vergangenen Wochen zu Irritationen geführt (PNN berichteten). Das Grundlagenmaterial, das die Stadt der FGS zur Erarbeitung der Untersuchung zur Verfügung gestellt hatte, sei "manipuliert und modelliert", so der damalige Vorwurf der Fraktion Die Andere. Das hatte die Verwaltung zurückgewiesen.

Auch gestern sagte die Beigeordnete Kuick-Frenz, die Stadt habe hier keinen Fehler gemacht. Dass im Zahlenwerk 16 500 Autos, die derzeit täglich den Verkehrsknotenpunkt Alter Markt passierten, plötzlich in den Plänen nicht mehr vorkämen, liege an dem "Ausschnitt", den man betrachte. Der Verkehr würde künftig Wege außerhalb dieses Bereichs nehmen, so die Beigeordnete. Mit der neuen Brücke, so das Pro-Argument der Stadt, werde sich der Höhenunterschied zwischen Straßenbahntrasse und dem künftigen Landtagsneubau in Schlosskubatur von 20 bis 80 Zentimeter bisher auf Null bis 50 Zentimeter verringern.

"Eine neue Brücke für 30 Zentimeter Höhendifferenz?", hakte Ute Grimm von Die Andere nach. Es mache einen Unterschied, so die Beigeordnete, ob die Neigungslinie der neuen Tramtrasse "so oder so" auf das Straßenniveau auftreffe, versuchte sie die Abschüssigkeit mit dem Unterarm zu beschreiben. Die Verwaltung verfüge über ein neues Programm mit Namen "Visum", das die Vorteile des geringeren Höhenunterschieds deutlich machte, so von Kuick-Frenz. Bis Ende Oktober habe man die Zahlen aus der Verkehrszählung 2005 in den Computer eingegeben und könne dann die neue Verkehrsführung "visualisieren", verwies die Beigeordnete auch auf eine entsprechende Bauausschusssitzung im Herbst. Was denn die bisherige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung gekostet habe, wollte Ute Grimm noch wissen. "Die Zahl muss ich ihnen nachreichen", so die Beigeordnete. NIK

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten