Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 20.12.2006

ViP stellt sich aufs Nachtleben ein Mit besseren Anschlüssen mehr Umsatz / Einsatz von Rufbus per Telefon und Großraumtaxi

Kürzere Reisezeiten und verbesserte Anschlüsse sollen Busse und Straßenbahnen attraktiver machen. Und das vor allem im Spät- und Nachtverkehr. Auf einer "rollenden Pressekonferenz" in einer historischen Gotha-Bahn erläuterten Vertreter des Verkehrsbetriebs (ViP) gestern die Neuerungen, die ab Frühjahr nächsten Jahres eintreten.

ViP-Geschäftsführer Martin Weis, der sich durch die Einführung von "Takt plus" in diesem Jahr über acht Prozent mehr verkaufte Fahrkarten freuen kann, rechnet im Jahre 2007 mit einer weiteren Umsatzsteigerung von zwei Prozent.

"Nacht plus" nennen die ViP-Fahrplan-Experten das neue System. "Im Spätverkehr zwischen 20 und 1 Uhr, wenn nicht mehr alle Tramlinien fahren, werden bessere Anschlüsse zwischen den noch verkehrenden Bahnen durch das Verschieben von Abfahrtszeiten hergestellt", erklärt ViP-Planer Bernd-Michael Rabisch. Dabei sollen weder Fahrzeuge eingespart noch zusätzliche eingesetzt werden. Der Fahrplan müsse auf Wochentage mit schwachem Nachtverkehr und auf die stärkere Nachfrage an den Wochenenden künftig besser reagieren. "In den Nächten von Freitag zu Sonnabend und von Sonnabend zu Sonntag boomt das Nachtleben in Berlin und Potsdam", so Rabisch Und damit die Nachtschwärmer wieder gut nach Hause kommen, habe die ViP das Angebot für den täglich verkehrenden Bus N14 in diesen Nächten verdoppelt. Im 30-Minuten-Takt werde am Hauptbahnhof ein Anschluss mit jeder S-Bahn hergestellt. Zusätzlich fahren die Busse N15 und N17, so dass in den Potsdamer Norden und nach Griebnitzsee ein 30-Minuten-Takt entsteht. Weiterer Vorteil: Diese drei Linien enden nicht mehr am Hauptbahnhof, wodurch das bisherige Umsteigen entfällt. Außerhalb der Wochenenden fahren die Busse N14 und N16 allerdings nur im 60-Minuten-Takt.

Nachts soll es mit der Tram künftig noch schneller gehen. Der Trick: Wenn kein Fahrgast an einer Haltestelle aus- oder einsteigen möchte fährt die Bahn durch. Durch Veränderung der Abfahrtszeiten am Abend will die ViP das Umsteigen verbessern. Der Nachteil: Die immer gleichen Abfahrtszeiten, die so leicht zu merken sind, werden aufgegeben.

Eine Besonderheit bietet die ViP für Babelsberg-Nord an. Hier will sie einen Ruf-Bus im Spätverkehr einsetzen. Wer am Bahnhof Babelsberg ankommt und nach Babelsberg-Nord möchte, kann mit dem Rufbus, dessen Nummer noch bekannt gegeben wird, bis vor die eigene Haustür fahren. Wer innerhalb von Babelsberg-Nord in Richtung S-Bahn Babelsberg will, meldet seinen Fahrtwunsch mindestens 30 Minuten vorher telefonisch an. Das Linientaxi holt den Fahrgast dann an der vereinbarten Haltestelle des Busses 694 zur entsprechenden Fahrplanzeit ab.

Mit dem Fahrplanwechsel sollen die Anschlüsse der Tram 94 und 93 am Hauptbahnhof verbessert werden. Außerdem gibt es mit dem Fahrplanwechsel zwischen dem Hauptbahnhof und dem Telegrafenberg einen Linienverkehr mit einem Großraumtaxi. Vorrangig geht es um die Koordinierung der Anschlüsse zum Regionalexpress 1 und der S-Bahn.

"Wir wollen das neue Angebot mit den Kunden diskutieren", sagt Weis und verweist auf das Internet www.vip-potsdam.de sowie auf ein Kundenforum am 10. Januar um 18.30 Uhr im Stadthaus.

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten