Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 15.06.2007

Ab 20 Uhr den Knopf drücken

Seniorenwohnen: Müller fordert Eigeninitiative

Am Stern – Sie machten den Mund auf: Zum Beispiel gegen die Neuregelung in Potsdams Straßenbahnen. Auf dem gestrigen Seniorenstammtisch im Bürgerhaus "Sternzeichen" in der Galileistraße beschwerte sich Brigitte Reinisch vom Seniorenbeirat der Stadt darüber, dass sie nun in der fahrenden Straßenbahn aufstehen muss, um den Halteknopf zu drücken – da die Bahn sonst durchfährt. Die entsprechenden Durchsagen in den Wagen seien zudem nur schwer verständlich, bemängelte Reinisch weiter. Das neue System sei noch in der Probephase, erläuterte daraufhin Martin Grießner von der Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH (Vip). Ziel der umstrittenen Aktion sei die "Reisezeitverkürzung". Ob denn dann die Bahnen überhaupt noch pünktlich führen, und nicht zu früh, wunderte sich ein anderer Senior daraufhin gleich.

Vierzehn Gäste diskutierten gestern Vormittag am Stammtisch, zu dem der Seniorenbeirat anlässlich der 14. Brandenburgischen Seniorenwoche eingeladen hatte. Thematisiert wurde nicht nur der Nahverkehr, sondern auch die Wohnungssituation in der Landeshauptstadt. Als Diskussionspartner nahm neben Grießner auch Gewoba-Geschäftsführerin Christiane Kleemann teil. Die Stadtverwaltung war mit der Sozialbeigeordneten Elona Müller und Hans-Joachim Böttche, dem Leiter des Bereichs "Hilfe zum Leben und Wohnen", vertreten.

"Wir fangen alle zu spät an, uns um seniorengerechtes Wohnen zu kümmern", mahnte die Sozialbeigeordnete. Man müsse sich frühzeitig überlegen, wie man im Alter leben will, so Müller. Mehrgenerationenwohnprojekte oder Senioren-Wohngemeinschaften aufzubauen, könne nicht Aufgabe der Stadt sein. Sie berate allerdings zusammen mit dem Arbeitskreis Stadtspuren, dem Verband von Vermietern, wie man der steigenden Nachfrage nach "kleinen, bezahlbaren Wohnungen" gerecht werden kann. Müller sieht hier auch das Land in der Pflicht: Denn in den von der Landesregierung verabschiedeten "Leitlinien zur Seniorenpolitik" finde sich die Forderung nach altersgerechtem und barrierefreiem Wohnraum.JaHa

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten