Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 14.08.2007

Teure Willkür

ATLAS

Michi Sauer über Strafzettel und Beschwerden

Na wenn das mal nicht Willkür ist. Ein Fahrgast nimmt seinen Hund mit und liest in den Tarifbestimmungen nichts darüber, dass er dafür bezahlen muss. Die Kontrolleure sind der Meinung er muss, also bekommt er einen Zahlschein. Der Fahrgast beschwert sich, am Telefon wollte man mit einem Absenken der Strafe auf sieben Euro zur Zahlung animieren. Doch wer sich im Recht fühlt, der kämpft. Auch die sieben Euro wollte er nicht zahlen und drohte mit Veröffentlichung des Vorfalls. Das würde dann wiederum 40 Euro kosten, soll die Mitarbeiterin gesagt haben. So ist das mit den Strafen. Selbst die Preise für Knöllchen in der Stadt sind manchmal nur schwer nachzuvollziehen. Zahlt einer gar keinen Parkschein, kostet das auf den kostenpflichtigen Plätzen fünf Euro. Zahlt einer einen Parkschein und bleibt darüber hinaus stehen, kostet es deutlich mehr. Und auch bei einer Verkehrskontrolle ist ein Vergehen nicht gleich teuer. Bezahlt der ’Sünder’ sofort, wird es preiswerter. Das System funktioniert scheinbar überall. Die Stadt Potsdam hat keinen Bußgeldkatalog, die Schlösserstiftung bei der Kontrolle in den Parks auch nicht. Die Leute wehren sich auch gegen diese Willkür – der Fahrgast hat auch sein Recht bekommen.

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten