Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 29.01.2008

Tram-Unfall: Neues Gutachten Sicherheitsautomatik der Tür abgeschaltet?

Bei der Aufklärung zur Ursache des tödlichen Straßenbahnunfalls im vergangenen Juli gibt es offenbar Bewegung. Nach PNN-Informationen liegt den Ermittlern bei der Potsdamer Staatsanwaltschaft ein ergänzendes Gutachten der Technischen Prüfstelle Dekra vor, dass den Verdacht erhärtet, der Unfall könnte möglicherweise durch Fahrlässigkeit entstanden sein. Demnach scheint es möglich, dass die Sicherheitsautomatik an der hinteren Tür des ersten Wagens ausgeschaltet war – und so die Bahn losfahren konnte, obwohl die Türen noch offen waren. Die Staatsanwaltschaft in Potsdam wollte diese Informationen gestern nicht kommentieren. Allerdings bestätigte Christoph Lange als Sprecher der Staatsanwaltschaft die Existenz des neuen Gutachtens, das nun geprüft werde: "Wir haben weitere Fragen." Seit einem halben Jahr ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Fahrer der Unfallbahn wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Der Fall hatte im Sommer für Bestürzung gesorgt. Nach einem sehr gut besuchten Volksfest am Bornstedter Feld hatte der 17-jährige Marc-Philipp G. mit Freunden nach Hause fahren wollen. Zum Zeitpunkt seines Todes war er mit 1,77 Promille stark alkoholisiert. Bei der Haltestelle "Campus Pappelallee" nahm das Unglück offenbar seinen Lauf: Zeugen wollen gesehen haben, dass der Jugendliche nach dem Einsteigen in die hintere Tür des ersten Tramwagens abgerutscht und aus der Bahn gefallen sei – während die Tatra schon fuhr. Danach könnte der Junge, da sich an der Unfallstelle eine Böschung befindet, in Richtung Schienen gerollt – und dann wie berichtet vom zweiten Wagen erfasst worden sein. Noch am Unfallort erlag er seinen Verletzungen. Henri Kramer

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten