Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 16.07.2008

Prozess um Tram-Unfall

Anklage von Potsdams Staatsanwaltschaft zugelassen

Potsdam - Ein Jahr nach einem tödlichen Straßenbahnunfall in Potsdam kommt es nun zum Prozess gegen den damaligen Fahrer. Ein Sprecher des Potsdamer Amtsgerichts bestätigte den PNN, dass eine Anzeige der Potsdamer Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung zugelassen worden sei.

Das Verfahren findet demnach am 16., 18. und 23. September statt. Bei dem Unglück in der Nacht zum 14. Juli 2007 soll laut Zeugen die Tür einer Tatra-Bahn während des Anfahrens offen gestanden haben, wodurch ein alkoholisierter 17-Jähriger aus der Tram fiel und mitgeschleift wurde. Der Junge verstarb noch am Unfallort.

Sollte der Fahrer verurteilt werden, drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft – allerdings gehen Rechtsexperten bei Delikten solcher Art meist nur von Geldstrafen aus. Ein Gutachten der Prüfstelle Dekra hatte nach PNN-Informationen nahe gelegt, dass möglicherweise die Sicherheitsautomatik an der Unglückstür ausgeschaltet war.

Derweil hat der Anwalt der Mutter des toten Jungen angekündigt, gegen den Potsdamer Verkehrsbetrieb (ViP) zivilrechtlich vorzugehen. Wann er klagen will, ließ er offen. So soll der ViP zumindest die Beerdigung des Jungen zahlen. HK

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten