Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 12.10.2005

Tram-Trasse Teltow in Prüfung

Verkehrsbetrieb rechnet Straßenbahnverlängerung durch

Als mögliche Maßnahme gegen die Verkehrsbelastung in Potsdam und im Umland holt die Linkspartei-PDS alte Pläne aus der Schublade. Sie könne sich eine Weiterführung der Straßenbahntrasse vom Stern über Stahnsdorf bis nach Teltow vorstellen, sagte Anita Tack, verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, gestern vor Journalisten.

Offenbar steht auch der Potsdamer Verkehrsbetrieb Vip derartigen Plänen, die bereits vor Jahren diskutiert wurden, wohlwollend gegenüber. Nach Angaben von Vip-Aufsichtsratsmitglied Klaus-Uwe Gunold wird die Option dort bereits durchgerechnet. Gegenüber einer Verlängerung der S-Bahn oder der Stammbahn könnte die Tramtrasse mehr Fahrgäste erreichen, so Gunold. Vip-Aufsichtsratschef Burkhard Exner wiegelte gestern gegenüber der MAZ jedoch ab. Über die Weiterführung der Straßenbahn müsse der "Aufgabenträger" im Landkreis Potsdam-Mittelmark entscheiden. Auch die Stadt Teltow habe ein Wörtchen mitzureden. Schließlich gehe es um die Finanzierung - nur der kleinste Teil der Strecke liefe über Potsdamer Stadtgebiet. "In die Diskussion vor Ort werden wir uns nicht einmischen", erklärte Exner.

Tack forderte die nach langen Querelen jüngst ins Leben gerufene gemeinsame Arbeitsgemeinschaft der Stadt Potsdam und des Landkreises Mittelmark auf, das Verkehrskonzept zügig voranzutreiben. Zugleich übte sie Kritik an der "einseitigen Fixierung" auf die Havelspange. Es sei ein Fehler gewesen, diese Verknüpfung der Bundesstraßen 1 und 2 entlang des Eisenbahndamms über den Templiner See "ungeprüft" in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes zu übernehmen. Zwar sei sie nicht grundsätzlich gegen die Spange, doch müssten auch andere Optionen geprüft werden. Als Möglichkeit nannte Tack die Einführung einer Pkw-Maut zur Quersubventionierung von günstigen Nahverkehrstarifen. Zudem sprach sie sich dafür aus, den Lkw-Verkehr durch Verhängung von Fahrverboten aus der Stadt zu vertreiben. Tack forderte das Brandenburger Verkehrsministerium auf, sich an der Ausarbeitung des Verkehrskonzepts zu beteiligen. pee

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung