Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 14.11.2005

ViP bietet Havelbus Fusion an

Potsdamer Verkehrsunternehmen will Zusammenschluss / Fahren bald Wasserstoff-Busse?

Das städtische Unternehmen Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH (ViP) hat der Havelbus Verkehrsgesellschaft eine Fusion angeboten. Damit sollen Einsparpotenziale erschlossen sowie Mitarbeiterzahlen und Preise stabil gehalten werden. Ein Brief an die Landräte der an Havelbus beteiligten Landkreise Havelland und Potsdam-Mittelmark beinhalte das Fusionsangebot, sagte Potsdams Finanzbeigeordneter und ViP-Aufsichtsratschef Burkhard Exner. "Von der Kooperation bis hin zur Fusion ist alles möglich", erläuterte Exner am Freitagabend.

Hürden wie die unterschiedlichen Gehaltstarife der Mitarbeiter und die verschiedenen Fahrpreise seien zu überwinden, so Exner. Der kürzlich zum Bürgermeister gewählte Beigeordnete wies jedoch darauf hin, dass das Angebot derzeit nur von Potsdamer Seite bestehe.

Die städtischen Zuschüsse direkt aus dem Haushalt an das Unternehmen ViP wurden in diesem Jahr von 8,6 auf fünf Millionen Euro jährlich gesenkt und sollen ab 2008 erneut um eine halbe Million Euro reduziert werden. Im gleichen Atemzug ist jedoch der Zuschuss der Stadtwerke Potsdam GmbH von 6,2 auf nunmehr 10,5 Millionen Euro angewachsen, erläuterte Exner am Freitagabend bei der öffentlichen Veranstaltung zum Bürgerhaushalt 2006 im Einstein-Gymnasium. Demnach habe die Stadt ihre direkten Zuschüsse aus dem eigenen Haushalt gesenkt, durch eine Unternehmensbeteiligung aber aufgefangen. Auch mit dem Argument der Zuschusskürzung wurden Anfang des Jahres 88 Mitarbeiter des Potsdamer Verkehrsbetriebs gekündigt. Zudem wurde der geplante Kauf von 19 neuen Trams wegen unsicherer Finanzierung verschoben. "An den Voraussetzungen zur Tram-Ausschreibung wird weiter gearbeitet", sagte Exner. Es werde geschaut, welche Stadt als nächstes Bahnen wie Potsdam sie favorisiert bestellen will, um eine Einkaufsgemeinschaft zu bilden und dadurch den Kaufpreis niedriger zu halten.

Die Finanzzuschüsse an den ViP waren auch Bestandteil der Diskussion zum Bürgerhaushalt. So fragte beispielsweise Lutz Boede (Die Andere), ob eine kostenfreie Nutzung der Verkehrsmittel durchgerechnet wurde. Der durch Entgelte eingenommene Anteil am ViP-Etat beträgt laut Exner 34 Prozent, ein Verzicht auf Fahrgelder sei nicht kalkuliert worden. Die belgische Stadt Hasselt betreibt ihr ÖPNV-Netz jedoch seit sieben Jahren für Fahrgäste kostenlos.

Trotz sinkender Fahrgastzahlen nicht gestrichen werden soll der Nachtverkehr des ViP. Die Zahlen würden zwar gegen eine Beibehaltung des aktuellen Fahrplanes sprechen, sagte ViP-Geschäftsführer Martin Weis auf PNN-Anfrage. Doch wolle das Unternehmen diesen Service weiter anbieten. Nun werde über Rufbusse oder Sammeltaxis vor allem für die neuen Ortsteile nachgedacht, so Weis. Für ihn sei der Nachtverkehr Bestandteil eines "urbanen Stadtverkehrs", der nicht gekürzt werden dürfe.

Dass sich das von ihm geführte Unternehmen künftig umweltpolitisch positioniert, daran arbeitet Weis. Er will mit dem ViP an einem Projekt der Europäischen Union teilnehmen, bei dem in mehreren Städten jeweils drei neue Busse mit Wasserstoffantrieb im Serienbetrieb getestet werden. Die Teilnahme an dem Projekt würde das Unternehmen drei Millionen Euro kosten. Weis betonte, dass er im Wasserstoffantrieb die Zukunft der Stadtbusse sieht. Eine Umstellung auf Erdgas hält er aufgrund mangelnder Förderung für nicht rentabel.

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten