Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 18.03.2011

"Drehscheibe" vorgestellt

Vertreter von IHK, Ministerium und betroffenen Gemeinden beraten neues Verkehrskonzept

Konsens gibt es keinen, allein der Wunsch nach einer besseren Anbindung Potsdams und der Umlandgemeinden an Berlin sowie den neuen Flughafen ist auf allen Seiten vorhanden: Ob und wie das Infrastrukturministerium sowie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) das neue Konzept "Drehscheibe Potsdam-Golm" (siehe Kasten) in seine Verkehrsstrategie einarbeitet, bleibt dagegen offen. Am Donnerstag haben erstmals Vertreter des Ministeriums, des VBB, der Industrie- und Handelskammer sowie aus Potsdam und den Umlandgemeinden über die Studie diskutiert. Es sei ein günstiger Zeitpunkt, darüber zu reden, sagte Manfred Wäsche von der IHK Potsdam. Denn das Land erarbeite derzeit den neuen Landesnahverkehrsplan, der ab 2013 gelten soll.

Ziel des "Drehscheibe"-Konzeptes ist eine schnelle Anbindung Golms an den 2012 eröffnenden Großflughafen in Schönefeld, aber auch an die Berliner Innenstadt. Gleichsam soll das Potsdamer Umland und die Zentren Oranienburg und Hennigsdorf mit Potsdam und Berlin auf effektive Weise verbunden werden. Wäsche hofft, dass Ideen aus dem im Auftrag der IHK und des Standortmanagementes Wissenschaftspark Golm erarbeiteten Konzeptes übernommen werden. Dieses sieht vor, lange Regionalzüge aus Berlin in Potsdam zu teilen und die einzelnen Wagen in verschiedenste Richtung fahren zu lassen. Das System ähnelt dem der Deutschen Bahn bei den ICEs, die in Berlin in Richtung Köln und Bonn losfahren und in Hamm geteilt werden.

Unterstützt wird das IHK-Papier von den Umlandgemeinden Schwielowsee, Michendorf, Nuthetal und Beelitz. "Wir dürfen auf keinen Fall abgehängt werden", sagte Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU). Sie begrüßt vor allem die Idee, den RB 22 nach Schönefeld zu teilen und in Saarmund zusammenzuführen. Ein Teil würde über den Berliner Außenring fahren, ein anderer wie bisher über Schwielowsee und Michendorf. "Wir müssen Mut zu neuen Wegen haben", so Hoppe. Für den Golmer Standortmanager Friedrich Winskowski ist die Botschaft aus dem Treffen: "Die Idee ist nicht vom Tisch". Es gebe allerdings Bedenken gegen das variable System. Immerhin werde über Veränderungen nachgedacht – dies sei als Erfolg zu werten. jab/ldg

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten