Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 24.05.2011

NOCH EIN SPITZEL-VERDACHT?

E-Mails des ViP-Chefs landeten bei EWP

Im Zuge der Spitzel-Affäre ist eine weitere Merkwürdigkeit im Zusammenhang mit der Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) bekannt geworden: Im Oktober 2010 sollen E-Mails des ehemaligen Chefs des Potsdamer Verkehrsbetriebs (ViP), Martin Weis, automatisch an die EWP weitergeleitet worden sein. Im Oktober 2010 hätten Empfänger seiner E-Mails den Eindruck gehabt, "dass eine Doppelung vorgenommen wurde", erklärte Weis am Montag auf PNN-Anfrage. Automatisch seien offenbar E-Mails über die Funktion "CC" an die EWP weitergeleitet worden. Betroffen seien E-Mails an den Finanzbeigeordneten Burkhart Exner (SPD) und an eine seiner Mitarbeiterinnen gewesen. Weis erklärte, die EWP sei für die elektronische Datenverarbeitung bei der ViP zuständig. Er habe das Problem damals mit Exner – ViP-Aufsichtsratschef und jetzt Interimschef der Stadtwerke – besprochen. Die Ursache für die doppelte Versendung der E-Mail habe sich nicht aufklären lassen. Nachdem das Phänomen nicht mehr auftauchte, hätten er und Exner technische Probleme als Ursache angenommen. "Nach dem nächsten Software-Update schien das behoben", sagte Weis. Und weiter: "Wir haben nie etwas zu verbergen gehabt." Dass er als ViP-Chef ausspioniert worden sein könnte, könne und wolle er sich nicht vorstellen. Weis: "Mich hat man nie mit Informationen von mir konfrontiert." Weis’ Vertrag als ViP-Chef war Anfang April 2011 nicht verlängert worden. Rathaus-Sprecher Stefan Schulz sagte auf Anfrage, die Vorgänge ließen sich "nicht mehr rekonstruieren". Exner habe ViP-Chef Weis gebeten, die technische Panne abzustellen. Da es für einen planmäßigen Missbrauch keine Belege gegeben habe, sei keine Anzeige erstattet worden, so Schulz. gb/HK

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten