Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 04.02.2013

Für eine Tram nach Golm

Potsdamer Piraten setzen auf den Nahverkehr als Thema für den Kommunalwahlkampf

von Erik Wenk

Potsdams Piratenpartei will raus aus der außerparlamentarischen Opposition: Bei einem öffentlichen Treffen am Samstag stellte der Stadtverband mögliche Themen für die Kommunalwahl 2014 vor. Dazu zählte die Verbesserung des öffentlichen Verkehrssystems in Potsdam: „Es gibt zu wenig Tramtrassen, die Taktzeiten sind nicht ideal und es könnte bessere Anschlüsse mit den Bussen geben“, sagte die stellvertretende Vorsitzende Caroline Evler. Eine Verbesserung des Nahverkehrs sei unter anderem wegen der steigenden Einwohnerzahlen in der Landeshauptstadt nötig, so Justus Pilgrim vom Stadtverband der Piratenpartei. Auch die umstrittene Tramlinie nach Golm wird von den Piraten befürwortet.

Der Stadtverband hat sich bereits mit dem Bahnkundenverband zusammengesetzt, um über Verbesserungen zu sprechen. Unter anderem gibt es die Idee, nachts statt ausgedehnter Nachtbuslinien Trams auf zwei Streckenachsen pendeln zu lassen und Nachtbusse als Zulieferer für die Tramstationen zu verwenden. Weitere Themen für die Kommunalwahl sind bezahlbarer Wohnraum und mehr Sportflächen in der Stadt.

Der 2009 gegründete Stadtverband mit derzeit 128 Mitgliedern hatte sich bereits an der Oberbürgermeisterwahl vor zwei Jahren beteiligt und dabei mit seinem Kandidaten Marek Thutewohl 2,2 Prozent erreicht. Noch stehen die Themen für die Kommunalwahl nicht endgültig fest. „Wir werden es nicht schaffen, ein kommunales Vollprogramm zu entwickeln, das ist nicht realistisch“, sagt Pilgrim. Stattdessen wollen die Piraten an Infoständen Fragebögen verteilen, um herauszufinden, welche Themen die Potsdamer am meisten beschäftigen. Ein Teil der Programminhalte soll beim Stadtparteitag im Sommer beschlossen werden. „Ich glaube, dass die Chancen für einen Einzug in die Stadtverordnetenversammlung gar nicht schlecht stehen“, sagte Pilgrim.

Vor allem Transparenz und Bürgerbeteiligung wollen die Piraten verbessern. „Für beides gibt es in Potsdam viel Bedarf“, so Pilgrim. Ein Herzensanliegen der Piraten ist es daher, den Potsdamern mehr Einblick in die Stadtpolitik zu ermöglichen. „Wir wollen, dass die Stadtverwaltung öffentliche Dokumente besser zugänglich macht, sodass man sie im Internet mit ein paar Klicks findet“, sagt Evler. Die Piraten sehen sich dabei quasi als Dienstleister am Bürger: „Es geht darum, den Bürgern zu zeigen: Das sind die Punkte, wo ihr in Kommunalpolitik eingreifen und mitarbeiten könnt“, so Evler. Der Potsdamer Pirat Andreas Goebel wird zudem Mitglied des Bürgerbeteiligungs-Büros sein, dessen Gründung für Mitte des Jahres geplant ist. Erik Wenk

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten