Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 30.07.2013

Monatskarten für Bus und Tram werden teurer

Ab Donnerstag werden die Tarife für den öffentlichen Nahverkehr erhöht. Einzeltickets sind aber nicht betroffen.

Am Donnerstag ist es so weit: Das Fahren mit Bus und Tram wird in Potsdam teurer. Zum 1. August steigen die Preise vor allem für die Zeitkarten, wie der Potsdamer Verkehrsbetrieb (ViP) am Montag mitteilte. So wird der Preis für die Monatskarte für den Tarifbereich Potsdam AB von 36,60 Euro auf 38 Euro angehoben. Dies entspricht einer Preiserhöhung von 3,8 Prozent. Das Abonnement mit monatlicher Abbuchung wird somit pro Jahr 380 Euro anstelle der bisher zu zahlenden 366,60 Euro kosten. Selbst bei den Mobilitätstickets für sozial Schwache wie Empfänger von Arbeitslosengeld II gibt es Aufschläge. Für Potsdam ABC sind künftig 28,50 statt 27,50 Euro fällig. Die Preise für Einzelfahrscheine bleiben gleich. So kostet beispielsweise die Einzelfahrt Potsdam AB auch künftig 1,90 Euro, die Kurzstrecke 1,30 Euro und die Tageskarte vier Euro. Die Preise für die Einzelfahrscheine seien nicht erhöht worden, um zusätzliche Fahrgäste gewinnen zu können. Das Potsdamer Schülerticket wird zum bisher gültigen Preis von jährlich 236,70 Euro im Abonnement mit monatlicher Abbuchung angeboten.

Die Tariferhöhungen ergeben sich aus unverändert schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den öffentlichen Nahverkehr, so die Begründung des ViP. Hohe Kosten im Verkehrswesen verursachen neben den Energie- und Brennstoffpreisen die Aufwendungen für das Personal. Diese werden wegen der letzten Tarifabschlüsse in den nächsten zwei Jahren beim Potsdamer Verkehrsbetrieb um 7,5 Prozent steigen.

„Der ViP kann die gestiegenen Kosten nur zu einem geringen Teil durch Mehrerlöse aufgrund steigender Fahrgastzahlen ausgleichen“, so ViP-Geschäftführer Martin Grießner. Dennoch seien auch in Zukunft nachhaltige und kundenwirksame Investitionen notwendig. Zudem wolle der Verkehrsbetrieb ein attraktives Angebot auf Straße und Schiene bringen, hieß es. „Die Ticketerlöse bilden dabei eine wesentliche Säule der Finanzierung“, so Grießner.

Tatsächlich hat der ViP in den vergangenen Jahren stark an Fahrgästen hinzugewinnen können. In zehn Jahren kletterte die Fahrgastzahl um 43 Prozent auf 29,3 Millionen im Jahr 2012. Auch die Einnahmen des ViP aus dem Ticketverkauf sind dementsprechend deutlich gewachsen. 2012 nahm die Stadtwerketochter so 14,5 Millionen Euro ein. Vier Jahre zuvor waren es nur 11,1 Millionen. Dennoch finanziert sich der ViP nur zu etwa 34 Prozent aus Einnahmen aus Fahrkartenverkäufen. Der Rest wird von der Stadt Potsdam und aus Quersubventionen der Stadtwerke bestritten, die hier einen Teil der Überschüsse aus dem Energiebereich ausgeben. Außerdem gibt es Fördergeld vom Land Brandenburg für Investitionen in die Infrastruktur.

Mit der Preisanhebung vollzieht der ViP einen Beschluss des Aufsichtsrats des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) vom April (PNN berichteten). Im gesamten VBB, dessen Gesellschafter die Länder Berlin und Brandenburg sowie die Kreise und kreisfreien Städte Brandenburgs sind, steigen die Fahrpreise zum 1. August um durchschnittlich 2,8 Prozent.

Der Fahrgastverband DBV lehnte die Preiserhöhung ab. Höhere Kosten für Energie seien zum Teil von der Politik verursacht. Deshalb sollten die öffentlichen Zuschüsse für den Nahverkehr steigen und nicht die Ticketpreise, so Benjamin Karl, Sprecher des Regionalverbandes des DBV. Marco Zschieck

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten