Straßenbahn

Das Übrige

Pressemeldung vom 25.11.2015

Öffentlicher Nahverkehr

Endstation Krampnitz-West

35,4 Millionen Euro soll die neue Potsdamer Tramlinie nach Krampnitz kosten. Fertig wäre sie frühestens 2030. Auch der Plattner-Campus am Jungfernsee wäre dann angebunden.

Potsdam - Die Pläne für eine Straßenbahn nach Krampnitz werden immer konkreter. Am Dienstag stellten die Stadt, der Verkehrsbetrieb ViP und die städtische Bauholding Pro Potsdam eine Machbarkeitsstudie vor, mit der nachgewiesen werden soll, dass sich das kostspielige Vorhaben lohnt. Bereits im Sommer hatten die PNN über das positive Fazit des Gutachtens berichtet, nun wurden Details genannt.

Ab Ende 2017 soll die Straßenbahn bis zum Plattner-Campus am Jungfernsee fahren

So rechnen die Autoren der Studie mit Kosten von 35,4 Millionen Euro für die Verlängerung der Tramstrecke vom Jungfernsee bis in das künftige Wohnviertel Krampnitz. Bislang endet die Tram an der Viereckremise im Bornstedter Feld, ab Ende 2017 soll sie bis zum Plattner-Campus am Jungfernsee fahren. 4,7 weitere Kilometer wären es dann noch bis zur künftigen Endhaltestelle Krampnitz-West.

Die Gleise sollen entlang der Bundesstraße 2 Richtung Norden führen – also vom Campus Jungfernsee über die Insel Neu Fahrland und durch den Ortsteil selbst bis nach Krampnitz. Auch mitten durch das neue Wohnviertel soll die Tram fahren – vom Eingangsbereich mit dem markanten Turm bis an das westliche Ende. Dort sind eine Wendeschleife und ein Park-and-ride-Parkplatz geplant. Drei Haltestellen soll es allein in Krampnitz geben, nämlich Krampnitz-Ost, Krampnitz-Mitte und Krampnitz-West. Weitere vier Stopps sind zwischen Jungfernsee und Krampnitz geplant.
93 Prozent der Gleisstrecke sollen neben der Straße gebaut werden

93 Prozent der Gleisstrecke würde neben der Straße gebaut, lediglich auf der Insel Neu Fahrland soll die Tram auf der Straße fahren, sagte ViP-Geschäftsführer Oliver Glaser. Die meisten Flächen, die für die Trasse gebraucht würden, gehörten der Stadt, einige aber auch Privateigentümern, müssen also angekauft werden. Wohnhäuser seien nicht im Weg, sagte Glaser. Im Süden der Insel Neu Fahrland müsste für die Tram eine zusätzliche Brücke gebaut werden, im Norden könnte laut Glaser die bestehende genutzt werden.

Trotz des erheblichen Aufwands sei der Nutzen bei diesem Vorhaben größer als die Kosten, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Angesichts des rasanten Bevölkerungswachstums der Stadt und der damit verbundenen Notwendigkeit, Krampnitz als neuen Wohnstandort zu entwickeln, sei die Verlängerung notwendig. „Wir brauchen eine optimale Anbindung für das neue Stadtviertel“, so Jakobs. Die Stadt will auf dem ehemaligen Kasernengelände in Krampnitz mithilfe von Investoren 1700 Wohnungen für rund 3900 Menschen bauen.

Neue Verbindung soll potenzielle Geldgeber anlocken
Durch die Straßenbahnpläne erhofft sich die Pro Potsdam eine Aufwertung des Standorts für potenzielle Geldgeber. Bislang werde Krampnitz von vielen als außerhalb gelegen empfunden, so Pro-Potsdam-Geschäftsführer Bert Nicke – obwohl es vom Stadthaus nicht weiter entfernt liege als etwa der Schlaatz. Mit der Straßenbahn rücke Krampnitz näher an die Stadt. „Das wäre praktisch der Brückenschlag in den Norden.“

Doch bis es so weit sein könnte, dauert es noch mindestens 15 Jahre. Frühestens 2030 könnte die Verlängerung fertig sein, schätzt Jakobs. Voraussetzung sei eine Förderung durch das Land, womöglich sogar durch den Bund. „Das kann die Landeshauptstadt nicht alleine stemmen.“

Ist die Tram einmal bis Krampnitz verlängert, könnte sie perspektivisch sogar bis Fahrland weitergebaut werden. Wenn Potsdam weiter so wachse wie bislang, müsste womöglich eines Tages auch über neue Wohnviertel in Fahrland nachgedacht werden, so Jakobs.

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten